Spätestens seit der CeBIT in aller Munde:
Kostenlos Telefonieren über das Internet (Voice over IP)

Alle großen Internet- und DSL-Anbieter überfluten Sie als möglichen Kunden mit Prospekten, in denen Zusatzgeräte vorgestellt werden mit denen alles im Internet möglich wird. Und dies zu noch nie da gewesenen Geschwindigkeiten, das ganze auf Wunsch auch noch ohne Kabel und jetzt neu auch noch zusätzlich mit kostenlosem Telefoniemodul.

An die ersten Dinge hat man sich ja in der Zwischenzeit schon gewöhnt, aber was ist das denn mit der "kostenlosen Telefonie"? Ist das auch was für Sie? Es tauchen hier viele Fragen auf. Das ganze ist äußerst interssant, und ich möchte Ihnen diese Punkte heute einmal zusammenfassen und den Nutzen für Sie aufzeigen.


Möglichkeiten


Zuerst muss man diesen reißerischen Parolen einmal den Zahn ziehen:

Kostenlos Telefonieren ist zwar möglich - für die meisten aber unpraktikabel, da damit meist nur das Telefonat zwischen zwei PC's oder aber besonderen Telefonenpartnern gemeint ist.


Aber ein umbestreitbarer Vorteil ist, dass die "normalen" Gespräche national sowie international wesentlich günstiger sind als die standardmäßigen Tarife der Anbieter wie Telekom oder Arcor. So kann man bei geschickter Auswahl eine monatliche Telefonrechnung unter 50,-- € erreichen (inklusive einer DSL-Flatrate).

Mit ein wenig Aufwand ist es jedoch möglich das Ganze so einzurichten, dass Gespräche zu seinen Bekannten, Firmenniederlassungen etc kostenlos werden. Hier kommen dann aber sogenannte Internettelefon-Provider ins Spiel.

Aber alles der Reihe nach:


Voraussetzungen

Die Internettelefonie macht sich den Zustand zugute, dass die Nutzung des Internet-Netzes prinzipiell kostenfrei ist.
Dazu wird folglich ein Zugang zum Internet benötigt.

Um die Sprachqualität zu gewährleisten muss der Zugang mit einer gewissen Bandbreite und einem gewissen Volumen möglich sein. Da Sie ja rund um die Uhr die Möglichkeit haben möchten telefonieren zu können, sollte der gewählte Tarif kein Zeitbezug, sondern eine Volumentaktung haben.
Daher setzt das ganze auf DSL - praktischer Weise mit einer Volumen-Flatrate - auf. (Dies lässt nun wieder alle Kunden durch das Raster fallen, bei denen noch kein DSL möglich ist.)

Als Hardware wird ein Gerät benötigt, das mit dem DSL-Splitter (Zugang zum Internet) und Ihren Standard-Telefonen bzw. Telefon-Anlagen kommunizieren kann.

Diese Geräte haben eine Fülle an Mehr-Funktionalität als nur das eigentliche Telefonrouting.
Mehr dazu unten unter "Mehrnutzen".

Prinzipiell gibt es hier zwei Varianten:
Der Anschluß von analogen bzw. ISDN-Einzelgeräten.
Ganz neu ist nun ein Gerät mit internem S0-Bus auf den Markt gekommen, das über diese ISDN-Schnittstelle Ihre eventuell vorhandene ISDN-Anlage komplett mit allen Funktionen integrieren kann.


Aufbau und Arbeitsweise

Nachdem DSL beantragt und eingerichtet wurde, haben Sie dort wo die Telefonleitung ins Haus kommt ein weiteres Kästchen, den DSL-Splitter. Am Splitter wird nun das neue Gerät eingebaut.
Erst daran wird nun die ISDN-Anlage angeschlossen bzw. Ihre analogen / ISDN-Telefone eingesteckt.

Alle eingehenden Anrufe an Ihre bestehende Rufnummer werden durch das Gerät einfach an das Telefon bzw. an die Telefonanlage durchgereicht, so dass sich in diesem Bereich überhaupt nichts ändert. Sie erhalten hierzu auch keine neue Rufnummer.

Ausgehende Anrufe werden nun aber an dem neuen Gerät abgefangen und nicht über das Telekomnetz geleitet, sondern über das Internet weitergeleitet. Soll das Gespräch wieder ins Festnetz gehen, dann greift der Internettelefonanbieter diese Anrufe lokal im Zielbereich wieder ab und leiten diese wieder über die Telefonleitung der Telekom zum Angerufenen weiter. Also praktisch zum Ortsgespräch. Sicher wollen die Internettelefonanbieter auch noch was verdienen, aber generell telefonieren Sie ins deutsche Festnetz rund um die Uhr, je nach Vertrag für ca. 1 Cent / Minute.

Ein Bonbon gibt es hier. Ist der Angerufene auch Kunde des selben Internettelefonanbieters, so werden diese Gespräche wirklich kostenlos. In diesem Fall muss das Gespräch nämlich nicht mehr über das Telekomnetz bis zum Angerufenen weitergeleitet werden. Dies erkennt der Anbieter an der Rufnummer, denn diese wurde extra für diesen Zweck kostenfrei dafür vergeben.


Kosten und Nutzen

Die aufkommenden Kosten kann man in Einmal- und laufende Kosten aufteilen. Natürlich müssen Sie diese nur für sich Aufrechnen, wenn Sie die entsprechenden Komponenten bereits haben.

Einmalkosten:

DSL-Bereitstellung bis zu 99,-- €
AVM Fritz!Box ab 129,-- €

laufende monatliche Kosten:

ISDN Grundgebühr ca 25,-- €
DSL Grundgebühr ca 15,-- €
DSL Flatrate  ca 10,-- €
Sipgate 1000 Min.  ca   9,-- €

Bei den laufenden Telefonkosten unterscheiden sich die Minutenpreise, wenn Sie in andere Länder in die Mobilnetze telefonieren.

Hier sind diese Kosten exemplartisch für einen Anbieter aufgelistet.

Eine Übersicht über mögliche Anbieter finden Sie hier.

Mehrnutzen

Neben der Internettelefonie bieten diese Geräte auch folgende Mehrnutzen:

DSL-Modem Der Zugang zum Internet für einen oder mehrere Rechner wird mit allen Sicherheitsmechanismen gemanaged 
Netzwerkhub von beliebig vielen Rechnern zu einem Verbund zur gemeinsamen Nutzung aller Geräte
WLAN von Aufbau von kabellosen Netzwerken möglich. So können Sie auch mit dem Laptop aus dem Wohnzimmer surfen.